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 Betreff des Beitrags: ACHTUNG STAUPE GEFAHR IN DEUTSCHLAND
BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 00:05 
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Ferretopia
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Auf Grund der immer häufiger auftretenden Staupefälle in Deutschland habe ich mir
mal die Mühe gemacht und einige Informationen zusammengesucht . Dieser Beitrag
darf gerne in andere Foren oder Frettchengruppen ohne nachzufragen kopiert werden .

Staupe

Geschichte
Erstmals 1761 wurde die Staupe in Spanien beschrieben , man vermutet , das sie aus
Asien oder Peru eingeschleppt wurde. Von Spanien aus verbreitete sie sich über ganz
Europa. Eine erste genaue Beschreibung wurde von Eduard Jenner 1809 verfasst.
100 Jahre später erkannte Carre´ das es sich um einen Virus handelt.

Klassifizierung
Das Staupevirus gehört zur Familie: Paramyxoviridaen Gattung: Morbillivirus

Übertragung
Das Staupevirus wird hauptsächlich durch Speichel , im späteren Stadium auch über Kot
und Urin verbreitet. Bereits 5-8 Tage nach Kontakt mit dem Virus gibt das infizierte
Tier schon Viren an seine Umgebung ab. Problemlos kann das Virus durch Schuhe ,
Hände und Kleidung auch vom Menschen zu sonst isolierten Tieren übertragen werden.
Je nach Temperatur kann das Virus bei Wärme bis zu 3 Tage , bei trockener Kälte
vermutlich sogar mehrere Monate überleben. Hunde , Großkatzen , Robben , Marder ,
Waschbären,Skunks, Füchse und Frettchen können an Staupe erkranken. Bei Katzen ist
eine Ansteckung bisher Symptomlos , aber sie können ebenfalls Überträger sein.

Symptome beim Frettchen
Bei Frettchen unterscheidet man 3 Staupeformen:

Darmstaupe: Durchfall wässrig, blutig, Erbrechen

Lungenstaupe: Atemprobleme, Lungenentzündungssymptome mit Nasen- und Augenausfluss
oft eitrig, hohes Fieber

Nervöse Staupe: Nerven- und Gehirnschädigung , Lähmungen , zittern und Gleichgewichtsstörungen.

Steckt sich das Frettchen an, treten nach ca. 1 Woche erste Symptome auf. Das
Frettchen ist schlapp, frisst weniger und hat eventuell Fieber. Es kommt zu
wässrigem Nasen- und Augenausfluss, der mit zunehmendem Verlauf dann zäher bis
eitrig werden kann. Des weiteren haben die erkrankten Frettchen oft Durchfall
und Erbrechen, sowie Atembeschwerden, Husten bzw. Lungenentzündung.
Sämtliche inneren Organe können geschädigt werden. Der Krankheitsverlauf
kann von Tier zu Tier sehr unterschiedlich sein und führt im besten Fall zu
bleibenden Schäden an den Zähnen oder an den Fußballen. Bei vielen Frettchen
sind die Lymphdrüsen und die Milz angeschwollen, oder sie haben eine Hinterhand-
schwäche. Diese Symptome müssen nicht zwangsläufig alle und auch nicht in gleicher
Reihenfolge auftreten. Bisweilen kann auch zwischen den einzelnen Symptomen eine
Phase sein , in der das Tier sich scheinbar erholt , dann jedoch wieder typische
Krankheitssymptome bekommt , die bis hin zum Kreislaufzusammenbruch und somit
zum Tod führen können.

Prognose
Die Prognose ist von der Form und der Schwere der Erkrankung abhängig. Todesfälle
sind sehr häufig und Frettchen , die eine Staupe-Infektion überleben , behalten
oft lebenslange Schäden zurück. Die nervöse Staupe gilt als gefährlichster Verlauf
der Staupe. Das Frettchen bekommt irreversible Schädigungen des Gehirns. Dies führt
zu nervösen Ticks, Zittern, Gleichgewichtsstörungen Lähmungen und Krampfanfällen.
Dieses schwere Stadium der Staupe endet immer tödlich. . Bei geimpften Frettchen
ist ebenfalls eine Ansteckung mit der Staupe möglich , aber im Gegensatz zu nicht
geimpften Tieren haben geimpfte Frettchen eine deutlich höhere Überlebenschance.

Medizinisches erkennen von Staupe und Behandlung
Staupe kann frühestens ab dem 5. Tag nach der Infektion eindeutig diagnostiziert werden.
Die virale DNA kann mittels PCR im Blut , Rückenmark , Harn ( Teststreifen) oder einem
Bindehautabstrich nachgewiesen werden. Der Nachweis der Viren im Kot mittels
Elektronenmikroskop ist nicht eindeutig, da eine Abgrenzung zu harmlosen enteralen
Paramyxoviren nicht möglich ist.
Eine Therapie kann nur symptomatisch erfolgen , das heißt man kann nur
das Immunsystem unterstützen und dem Frettchen gegen das in diesem
Moment auftretenden Krankheitsbild unterstützend Medikamente verabreichen.

Vorbeugung
Frettchen sollten 1x Jährlich gegen Staupe geimpft werden. Da der Hundeimpfstoff nicht
für Frettchen zulässig ist und auch gerade gegen Staupe nur schlecht schützt sollte man
darauf achten , das der Tierarzt den Frettchenimpfstoff Febrivac Dist impft . Welpen die
vor der 10. Woche geimpft werden , brauchen nach 4 Wochen eine 2. Staupeimpfung.
Welpen , die nach der 10. Woche geimpft werden brauchen nur eine Impfung.

Verbreitung der Staupe heute
Seit 2010 werden in Baden-Württemberg und Bayern eine auffällige Häufung der
Staupe-Fälle registriert. Ebenso in Berlin , und auch in NRW, Thüringen, Niedersachsen,
Saarland, Hessen und Holstein wurden Staupefälle bekannt . Jedes Jahr werden es mehr
Fälle in Deutschland . Bisher hauptsächlich in Wildtierbeständen , aber auch Haustiere
erkranken jetzt immer häufiger.


BITTE IMPFT EURE FRETTCHEN UND HUNDE



Am 24.04.2014 aktualisiert Xenja ;)
Am 21.07.2014 aktualisiert Xenja ;)

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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 07:06 
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Mustela putorius furo
Mustela putorius furo

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Hallo Xenia

Danke für Deine Warnung und auch ausführliche Erklärung!
Ergänzend möchte ich noch hinzufügen:

So wie Xenia schon beschrieben hat, können auch geimpfte Frettchen an Staupe erkranken, allerdings ist der Krankheitsverlauf milder und meistes nicht tödlich!
Mit Staupe kann sich ein (geimpftes) Frettchen auch mehrmals! in seinem Leben infizieren, manchmal ist die Diagnose sehr schwierig, weil manche typischen Symtome fehlen wie hier beschrieben.

Bei unklaren Diagnosen sollte man deshalb auch eine Staupeinfektion im Hinterkopf haben, oftmals ist es für den TA auch schwierig, diese zu diagnostizieren.
Leider treten letzte Zeit vermehrt Staupeinfektionen bei Frettchen auf, in aktuellen Staupegebieten wie z.B. hier beschrieben http://www.planethund.com/aktuelles/sta ... -1704.html würde ich selber als Frettchenhalter auf Spaziergänge verzichten.

Allerdings kann der Staupevirus auch indirekt in die Wohnung mit eingeschleppt werden, z.B. durch Schuhe, Kleidung, durch andere Haustiere wie Hunde oder Freigängerkatzen.
Diese Tiere müssen selber nicht zwangsläufig erkranken, (Katzen können selber keine Staupe bekommen) können aber als Überträger fungieren.
Auch kann der Mensch diesen Virus übertragen,wenn er Kontakt mit den erkrankten Tieren, auch mit Tieren eines anderen Halters hat oder hatte.

Nach den Kontakt mit erkrankten Tieren immer die Hände desinfizieren. Die Krankheitserreger auf Gegenständen und Kleidung können durch Waschen mit über 60ºC heißem Wassen abgetötet werden. Besser noch ist es die Gebrauchgegenstände (Futter-Wassernäpfe , Klos Leinen u.ä.) abzukochen. Zur Grobdesinfektion von staupeverseuchten Käfigen und Käfigen eignet sich eine dreiprozentige Natronlauge, es gibt aber auch diverse Desinfektionsmittel, die auch in TA Praxen benutzt werden, im Handel.

Eine Staupeinfektion bei geimpften Frettchen ist für manche Halter sicher ein Schock, aber die Erkrankung ist bei frühzeitiger Erkennung gut behandelbar und es bleiben auch keine irreparablen Schäden zurück wievielleicht bei überlebenden ungeimpften Frettchen.

Wenn manche sagen, es kann mich nicht treffen, hier ist kein Staupegebiet und ausserdem sind meine Frettchen geimpft, es kann jeden treffen!
Und wie Xenia geschrieben hat, ist weiterhin das impfen gegen Staupe sehr wichtig!

Gruss Fräddel


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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 08:33 
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Mustela nivalis
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Mein aktueller Fall in Augsburg 3 von 4 Frettchen alle lückenlos mit febirvac dist geimpft sind gestorben. Symptome bei jeden anders und anfangs nicht vom ta erkannt. Mein Hund der viel Frettchenkontakt hat hat keine Anzeichen für eine Infektion und war mit den Hundeimpfstoff geimpft.

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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 08:41 
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Vielen Vielen Dank Xenja,

so schnell hätte ich mit dem Text nicht gerechnet :inlove: :inlove: :inlove: :inlove: :inlove:

Habe es auch gleich in ein wichtiges Thema geändert, damit es nicht irgendwann auf den hinteren Seiten verschwunden ist.

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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 09:21 
Hi Xenja, super geschrieben, danke!
Deshalb soll man nie fremde Frettchen zu den eigenen lassen!


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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 11:46 
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uhh, jetzt bin ich doppelt froh, dass Bacardi gestern geimpft werden durtfe :thumbup:
Super geschrieben übrigens :)

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Liebe Grüße von Larissa und den drei Kampfwuseln Nelly, Bacardi und Damon :)


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BeitragVerfasst: Samstag, 20.04.2013, 11:47 
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Hi , Fräddel

Danke für Deine Ergänzung :) ich wollte nur alles übersichtlich gestalten , weshalb ich
nicht auf alles einzeln eingegangen bin . Soll ja auch verbreitet werden :D
Aber gerne dürfen hier weitere Erfahrungen mit eingebracht werden :D

Tetta :inlove: :inlove: hab ich doch gern gemacht :inlove:

flummi :( es tut mir Leid um deine 3 Stinker :( auch meine zeigen verschiedene Symptome :(

Wolfi verbreiten :D :D :D :D

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BeitragVerfasst: Montag, 11.11.2013, 13:33 
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Mustela nivalis
Mustela nivalis

Registriert: Sonntag, 11.11.2012, 16:28
Beiträge: 13
Hallo,
fräddel hat einen Link zur staupe Warnung gepostet in dem steht welche Gebiete es genauer betrifft. Ich wohne in einem von diesen...
Wir sind bis jetzt nicht mehr gassi gewesen, allerdings gehen die beiden so gerne...
habt ihr Erfahrung wie lange so etwas anhalten kann? Wird da aktiv vom förster oder sonstwem was dagegen unternommen?

Eine weitere Frage ist, wie genau man das "eingrenzen" kann..also da sind jetzt mehrere Orte genannt...wenn ich meinetwegen 2 Orte weiter fahre um dort gassi zu gehen, ist es wahrscheinlich nicht gewährleistet, dass die Gefahdort deutlich geringer ist, oder?
Weil das hört ja nicht einfach zack irgendwo auf? Falls ihr versteht was ich meine
vielen lieben dank schonmal für antworten :)


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BeitragVerfasst: Montag, 11.11.2013, 16:14 
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Mustela nivalis
Mustela nivalis

Registriert: Sonntag, 11.11.2012, 16:28
Beiträge: 13
Och held hab in der "Panik" nicht aufs Datum geachtet....
das war im April......wo kann ich sowas erfahren ob die staupe Gefahr noch besteht?


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BeitragVerfasst: Montag, 11.11.2013, 16:22 
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Mustela putorius furo
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Registriert: Freitag, 03.08.2012, 15:51
Beiträge: 3465
RiNa hat geschrieben:
Och held hab in der "Panik" nicht aufs Datum geachtet....
das war im April......wo kann ich sowas erfahren ob die staupe Gefahr noch besteht?


Du kannst Dich beim Kreisveterinäramt erkundigen.


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